Grundlagen · 2 Minuten Lesezeit
Single Family Office oder Multi Family Office?
Eine Familie oder mehrere, eigenes Team oder geteiltes: Was die beiden Formen unterscheidet, wann welche passt und was das für Personal und Karriere bedeutet.
Die beiden Begriffe werden ständig verwechselt, dabei beschreiben sie zwei verschiedene Welten. Ein Single Family Office arbeitet für eine Familie. Ein Multi Family Office betreut mehrere Familien, die sich Team, Infrastruktur und Kosten teilen. Der Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern in Nähe, Kontrolle und Preis.
Was ein Single Family Office ist
Eine eigene Gesellschaft, angestellte Menschen, ein Principal. Das Single Family Office verwaltet das Vermögen einer Familie über alle Assetklassen, steuert Banken, Vermögensverwalter und Berater, konsolidiert das Berichtswesen und kümmert sich um Strukturen, Nachfolge und Familienangelegenheiten. Es gibt keine fremden Mandanten, keine Produkte und keine Interessenkonflikte, dafür vollständige Kosten und vollständige Verantwortung.
Was ein Multi Family Office ist
Ein Dienstleister, der mehrere Familien ganzheitlich betreut: Vermögenssteuerung, Reporting, Beraterkoordination, oft auch Nachfolge und Familienverfassung. Die Familie bekommt ein erfahrenes Team, ohne es selbst aufzubauen. Dafür teilt sie es mit anderen Familien und bezahlt nach Gebühr statt nach Gehalt. Viele Multi Family Offices sind aus einem Single Family Office entstanden, das sich für weitere Familien geöffnet hat; andere kommen aus der Vermögensverwaltung.
Die Unterschiede im Überblick
| Single Family Office | Multi Family Office | |
|---|---|---|
| Mandanten | Eine Familie | Mehrere Familien |
| Team | Eigene Angestellte, vom Family Officer bis zum Bilanzbuchhalter | Geteiltes Team mit festen Ansprechpartnern |
| Kosten | Gehälter, Büro, Systeme; unabhängig von der Vermögenshöhe | Gebühr, meist abhängig vom betreuten Vermögen |
| Nähe und Kontrolle | Vollständig; jede Entscheidung bleibt in der Familie | Hoch, aber geteilt; Prozesse gelten für alle Mandanten |
| Diskretion | Maximal, niemand außerhalb kennt das Gesamtbild | Hoch, mit vertraglichen Grenzen |
| Typische Schwelle | Ab etwa 100 Millionen Euro liquidem Vermögen | Deutlich darunter sinnvoll |
Ab wann sich ein eigenes Family Office lohnt
Die Faustregel liegt bei etwa 100 Millionen Euro liquidem Vermögen. Darunter kostet das eigene Team mehr, als es an Nähe und Kontrolle bringt; darüber beginnt sich die Unabhängigkeit zu rechnen, zumal große Vermögen ohnehin eigene Strukturen brauchen. Ab wann sich ein eigenes Family Office lohnt, hat einen eigenen Beitrag.
Was das für die Personalsuche bedeutet
Im Single Family Office dreht sich alles um eine Person: den Family Officer, der das Vertrauen des Principals hat und die Breite des Vermögens trägt. Besetzt wird per Direktansprache, diskret und ohne den Namen der Familie, bis es ernst wird. Im Multi Family Office ähnelt die Suche eher der einer Vermögensverwaltung: Relationship Manager mit eigenem Mandantenstamm, Investmentprofis mit Fondsauswahl und Reporting. Beides besetzt Simon Metschurat seit 2015; wie, steht hier.
Was das für Kandidaten bedeutet
Für Berater aus dem Private Banking ist das Multi Family Office oft die erste Tür, weil Arbeitsweise und Mandantenstruktur vertraut sind. Das Single Family Office kommt als zweiter Schritt, wenn Beteiligungserfahrung und Nähe zu einer Unternehmerfamilie dazugekommen sind. Der Wechsel in die Family-Office-Welt beschreibt den Weg.
Häufige Fragen
Ist ein Multi Family Office eine Bank?
Nein, auch wenn manche aus Banken hervorgegangen sind. Ein Multi Family Office betreut mehrere Familien ganzheitlich, meist ohne eigene Produkte und ohne Bilanz. Es steht zwischen Vermögensverwaltung und Single Family Office: näher an der Familie als eine Bank, aber nicht exklusiv für eine.
Wie viele Mitarbeiter hat ein Single Family Office?
Von zwei oder drei Personen bis zu einigen Dutzend. Kleine Family Offices bestehen aus Family Officer, Accounting und Assistenz; große haben eigene Teams für Investments, Immobilien, Controlling und Familienangelegenheiten. Die Größe folgt der Komplexität des Vermögens, nicht nur seiner Höhe.
Was ist ein Embedded Family Office?
Ein Family Office, das innerhalb des Familienunternehmens oder seiner Holding sitzt, oft mit denselben Leuten, die auch die Unternehmensfinanzen verantworten. Es ist der häufigste Vorläufer eines eigenständigen Single Family Office, meist bis zum Verkauf des Unternehmens oder bis das Privatvermögen das Unternehmen überholt.