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Grundlagen · 2 Minuten Lesezeit

Ab wann lohnt sich ein eigenes Family Office?

Die Faustregel liegt bei 100 Millionen Euro liquidem Vermögen. Warum das so ist, welche Alternativen es darunter gibt und mit welchen Positionen ein Family Office beginnt.

Simon MetschuratHeadhunter für Family Offices, PE- und VC-Fonds · seit 2015

Die Frage kommt fast immer nach einem Ereignis: dem Verkauf des Unternehmens, einem Generationswechsel, einem Vermögen, das plötzlich mehr Entscheidungen verlangt, als eine Hausbank treffen sollte. Die Antwort ist eine Faustregel, kein Gesetz: Ab etwa 100 Millionen Euro liquidem Vermögen lohnt sich ein eigenes Family Office. Darunter gibt es bessere Wege.

Warum 100 Millionen

Ein eigenes Family Office ist ein kleines Unternehmen mit festen Kosten: Gehälter, Büro, Systeme, Berater, Prüfung. Diese Kosten hängen nicht von der Vermögenshöhe ab, sondern von der Komplexität. Ein Family Officer, Accounting und Assistenz kosten bei 50 Millionen dasselbe wie bei 200 Millionen; gemessen am Vermögen ist das einmal ein Problem und einmal keines. Dazu kommt, dass große Vermögen ohnehin eigene Strukturen brauchen: Holdings, Beteiligungen, Immobilien, Stiftungen. Ab einer gewissen Größe entsteht das Family Office also nicht aus Wunsch, sondern aus Notwendigkeit.

Was ein eigenes Team kostet

Der größte Posten sind die Menschen. Ein Family Officer liegt im Fixgehalt typischerweise bei 150–500 Tsd. €, ein Head of Accounting bei 80–150 Tsd. €, ein Investment Manager bei 80–140 Tsd. €; dazu Bonus und, ab der Führungsebene, eine Beteiligung am Erfolg. Die Spannen für alle Regionen stehen im Gehaltsreport Family Office 2026. Wer diese Summen gegen die Gebühr eines Multi Family Office stellt, sieht schnell, wo die Schwelle liegt.

Die Alternativen unterhalb der Schwelle

  • Multi Family Office. Mehrere Familien teilen sich ein erfahrenes Team. Ganzheitliche Betreuung, Reporting, Beraterkoordination, ohne eigene Angestellte. Für die meisten Vermögen zwischen zehn und hundert Millionen die passende Lösung; der Unterschied im Detail.
  • Private Office einer Bank. Eine Abteilung der Hausbank für die größten Kunden, mit mehr Breite als das klassische Private Banking. Nah an den Produkten des Hauses, dafür ohne Aufbauaufwand.
  • Embedded Family Office. Das Vermögen wird aus der Unternehmensholding heraus verwaltet, oft von denselben Menschen, die die Unternehmensfinanzen verantworten. Der häufigste Vorläufer eines eigenen Family Office.

Mit welchen Positionen ein Family Office beginnt

Die meisten Family Offices entstehen in drei Schritten. Zuerst eine Führungsperson, die das Ganze versteht: der Family Officer, manchmal ein CFO mit Family-Office-Mandat, wenn Strukturen und Konsolidierung im Vordergrund stehen. Dann Accounting und Reporting, weil ohne konsolidierten Blick keine Entscheidung trägt. Dann, mit wachsendem Vermögen, ein Investmentteam, eine Immobilienverantwortung und Controlling. Wie ein Family Office typischerweise aufgestellt ist, zeigt die Übersicht auf der Recruiting-Seite.

Der häufigste Fehler

Die erste Einstellung zu klein zu denken. Wer mit einem Buchhalter beginnt und später einen Family Officer darübersetzt, hat zwei Jahre ohne Führung verloren. Wer den langjährigen Bankberater holt, ohne zu prüfen, ob er entscheiden kann statt zu empfehlen, bekommt eine teure Beratung im eigenen Haus. Die erste Person prägt das Family Office für Jahre; sie sollte die beste Besetzung sein, nicht die naheliegendste. Was ein Family Officer macht und wer dafür infrage kommt, steht im eigenen Beitrag.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein eigenes Family Office auch bei 50 Millionen Euro?

In der Regel nicht als eigenständige Gesellschaft mit mehreren Angestellten; ein Multi Family Office oder ein Private Office leistet dasselbe zu einem Bruchteil der Kosten. Ausnahme sind Vermögen mit vielen Direktbeteiligungen oder Immobilien, die ohnehin eigene Leute brauchen; dann entsteht das Family Office aus der Holding heraus.

Wie viele Mitarbeiter braucht ein Family Office am Anfang?

Ein bis drei. Eine Führungsperson, meist Family Officer oder CFO, dazu Accounting und Reporting, dazu Assistenz. Investmentteam, Immobilienverantwortung und Controlling kommen, wenn das Vermögen und die Zahl der Entscheidungen wachsen.

Wer sollte die erste Einstellung sein?

Die Person, die das Ganze versteht und dem Principal gegenübersitzen kann: in den meisten Fällen der Family Officer. Wer zuerst Spezialisten einstellt, hat später niemanden, der sie führt. Die erste Besetzung prägt das Family Office für Jahre.

Das erste Family Office aufbauen?

Simon besetzt seit 2015 die erste Führungsposition von Family Offices, diskret und per Direktansprache. Kandidat? Hier entlang.

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