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Positionen · 3 Minuten Lesezeit

Was macht ein Family Officer?

Der Family Officer führt das Vermögen einer Familie: Anlagen, Dienstleister, Berichtswesen, Familie. Was die Rolle umfasst, wer dafür infrage kommt und was sie verdient.

Simon MetschuratHeadhunter für Family Offices, PE- und VC-Fonds · seit 2015

Der Family Officer ist die Person, der eine Unternehmerfamilie ihr Vermögen anvertraut: nicht ein Depot, sondern das Ganze. Beteiligungen, Immobilien, liquide Anlagen, Strukturen, Berichtswesen und die Frage, wie die nächste Generation hineinwächst. In kleinen Family Offices ist er die gesamte Führung, in großen steuert er ein Team aus Investment, Finanzen und Immobilien. Die Rolle ist in keiner Stellenanzeige beschrieben, weil es für sie keine Anzeigen gibt.

Die Aufgaben eines Family Officers

Fünf Felder kehren in fast jedem Family Office wieder, in unterschiedlicher Gewichtung:

  • Vermögenssteuerung. Strategische Allokation über alle Assetklassen, Auswahl und Überwachung von Fonds und Managern, Entscheidung über Direktbeteiligungen und Immobilien, Liquiditätsplanung für die Familie.
  • Dienstleister. Banken, Vermögensverwalter, Steuerberater, Anwälte und Notare arbeiten für die Familie; der Family Officer führt sie, vergleicht sie und tauscht sie aus, wenn sie nicht liefern.
  • Berichtswesen. Ein konsolidierter Blick auf das Gesamtvermögen, über Depots, Holdings und Länder hinweg. In vielen Family Offices der Grund, warum die Position überhaupt geschaffen wird.
  • Strukturen und Steuern. Holdings, Stiftungen, Nachfolge, Wohnsitzfragen. Nicht als Berater, sondern als derjenige, der die Berater beauftragt und ihre Ergebnisse versteht.
  • Familie. Beirat, Familienverfassung, die Einbindung der nächsten Generation, manchmal auch die Frage, ob die Tochter in den Beirat soll. Das ist der Teil, den kein Lebenslauf abbildet.

Family Officer, CIO oder CFO: wer macht was

In größeren Family Offices teilen sich drei Rollen die Führung. Der Chief Investment Officer verantwortet die Anlagestrategie und das Investmentteam. Der Chief Financial Officer trägt Konsolidierung, Steuern und Strukturen über alle Gesellschaften. Der Family Officer steht darüber oder daneben: Er ist der Ansprechpartner des Principals, führt die anderen und hält das Ganze zusammen. In kleinen Family Offices sind alle drei Rollen eine Person; sie heißt meist Family Officer.

Welches Profil Family Offices suchen

Drei Dinge entscheiden, in dieser Reihenfolge. Vertrauen: Wer näher am Vermögen sitzt als jeder Vorstand an seiner Bilanz, muss menschlich zum Principal passen; die fachliche Eignung ist nur die Eintrittskarte. Breite: Ein Family Officer verantwortet an einem Tag die Immobilie in Hamburg, die Beteiligung an einem Software-Unternehmen und ein Gespräch mit dem Steuerberater. Spezialisten tun sich damit schwer. Urteil: Im Family Office wird entschieden, nicht empfohlen. Wer aus dem Vertrieb kommt, muss diesen Wechsel wollen.

Typische Herkunft: Private Banking und Wealth Management mit Unternehmerkunden, Beteiligungshäuser, Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung, Bankstrategie oder das Familienunternehmen selbst. Was selten funktioniert: Konzernhierarchie und Produktvertrieb. Wie der Wechsel aus der Bank gelingt, steht auf einer eigenen Seite.

Was ein Family Officer verdient

Typische Fixgehälter in deutschen Family Offices liegen für den Family Officer bei 150–500 Tsd. €, untere Grenze Ostdeutschland, obere Grenze Süddeutschland; dazu ein Bonus von 20–60 % des Fixgehalts und in den meisten Fällen eine Beteiligung am Erfolg, als Co-Investment oder Long-Term-Incentive. Die Spannen für alle Regionen und 15 Positionen vom Bilanzbuchhalter bis zum CIO stehen im Gehaltsreport Family Office 2026.

Wie ein Family Office einen Family Officer findet

Nicht über Anzeigen. Die Menschen, die passen, suchen nicht; sie sitzen in Banken, Beteiligungshäusern und anderen Family Offices und werden direkt angesprochen, ohne dass der Name der Familie fällt, bis es ernst wird. Das Briefing mit dem Principal ist dabei wichtiger als jede Stellenbeschreibung: Wie wird entschieden, wer redet mit, was darf die Person wann wissen. So läuft Family Office Recruiting bei Simon Metschurat.

Häufige Fragen

Braucht ein Family Officer eine bestimmte Ausbildung?

Nein. Family Officer kommen aus dem Private Banking, aus Beteiligungshäusern, aus Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung oder aus dem Unternehmen der Familie selbst. Entscheidend sind Urteil über Anlagen, Verständnis für Strukturen und das Vertrauen des Principals; ein CFA oder ein Steuerberaterexamen hilft, ersetzt aber keines davon.

Ab welcher Vermögensgröße beschäftigt eine Familie einen Family Officer?

Als Faustregel ab etwa 100 Millionen Euro liquidem Vermögen. Darunter trägt ein eigenes Team die Kosten meist nicht und ein Multi Family Office übernimmt die Rolle. Bei komplexen Beteiligungsstrukturen kann der Family Officer auch früher sinnvoll sein.

Ist der Family Officer Geschäftsführer des Family Office?

Häufig ja. In vielen Single Family Offices ist der Family Officer zugleich Geschäftsführer der Vermögensgesellschaft; in größeren Häusern teilt er sich die Führung mit einem CIO oder CFO. Die Titel sind nicht geschützt, die Verantwortung ist überall dieselbe: das Vermögen der Familie.

Eine Position im Family Office soll besetzt werden?

Eine Minute, dann liegt sie bei Simon auf dem Schreibtisch. Kandidat? Hier entlang.

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